
Das nordrhein westfälische Umweltministerium hat zusammen mit dem Regionalverband Ruhr im Köllnischen Wald in Bottrop ein fast 50 Hektar großes Wildnisentwicklungsgebiet ausgewiesen. Das neue Schutzgebiet grenzt unmittelbar an die nördlich gelegene Halde Schöttelheide und soll gemeinsam mit diesem Naturschutzgebiet die Vernetzung von Lebensräumen in der Region stärken.
Ausweisung und beteiligte Stellen
Die Entscheidung zur Ausweisung traf das Umweltministerium in Abstimmung mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima, dem Regionalverband Ruhr und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Kleinflächige Wildnisentwicklungsgebiete wie das im Köllnischen Wald übernehmen nach Angaben der Behörden eine besondere Rolle beim regionalen Biotopverbund, auch wenn größere WEG Flächen typischerweise in Kernzonen von Nationalparks zu finden sind.
Freizeitnutzung bleibt möglich
Bei der Festlegung des Gebiets wurde auf die Vereinbarkeit von Naturschutz und Naherholung geachtet. Technischer Beigeordneter Klaus Müller wies darauf hin, dass die Menschen den Köllnischen Wald weiterhin wie gewohnt nutzen könnten. Das bestehende Netz an Radwegen, Fußwegen und Reitwegen bleibe vollständig erhalten und könne im bisherigen Umfang weiter genutzt werden. Die Wege sind ausdrücklich von der Festsetzung als Wildnisentwicklungsgebiet ausgenommen.
Ökologische Funktionen und strategischer Rahmen
Das neue Wildnisentwicklungsgebiet soll wertvolle Lebensräume für seltene und gefährdete Arten stärken. Ein hoher Anteil an Totholz und das Belassen älterer Baumbestände bieten günstigere Bedingungen für Pilze, Insekten, Vögel und Fledermäuse. Zudem fördert die natürliche Dynamik des Waldes nach Angaben der Behörden ökologische Leistungen wie die Reinigung von Boden, Wasser und Luft sowie den Schutz vor Erosion und Hochwasser.
Grundlage für das Konzept ist die Regionale Biodiversitätsstrategie für das Ruhrgebiet, die die Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr im Jahr 2022 beschlossen hat. Demnach ergänzen sich lokale Schutzmaßnahmen und größere Vernetzungsziele, um die Biodiversität in der dicht besiedelten Region zu erhalten und zu verbessern.
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