
Recklinghausen reagiert auf anhaltende Hitzeperioden mit einer Kombination aus kurzfristigen Kühlmaßnahmen und langfristigen Umgestaltungen öffentlicher Plätze. Auf dem Kirchplatz wird erstmals eine temporäre Sprühnebelanlage erprobt, das Fontänenfeld auf dem Altstadtmarkt soll wieder in Betrieb gehen, und ein neues Projekt zur klimaresilienten Umgestaltung zentraler Flächen wird mit einem Film erklärt.
Kurzfristige Abkühlung am Kirchplatz und auf dem Altstadtmarkt
Als unmittelbare Antwort auf die aktuelle Hitzewelle haben die Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen eine Sprühnebelanlage am Kirchplatz installiert. Ein besonders feiner Wassernebel soll täglich von 13 bis 17 Uhr Passantinnen und Passanten Abkühlung verschaffen. Dafür wurde ein spezieller Schlauch mit mehreren Düsen an einer Lichtstele angebracht. Die Stadt bezeichnet den Platz seit längerem als Hitze Hotspot und will mit dem Pilotprojekt Erkenntnisse für mögliche künftige Lösungen gewinnen.
Das Fontänenfeld auf dem Altstadtmarkt, das seit 2021 als Treffpunkt und Kühlquelle dient, soll nach Reparaturarbeiten und Lieferverzögerungen bei Ersatzteilen am Freitag, 31. Juli, wieder starten. Auch dauerhaft installierte oder mobile Sprühnebelanlagen werden als Optionen geprüft, um flexibel auf Hitzeereignisse reagieren zu können.
KRiS Projekt verfolgt das Schwammstadtprinzip
Parallel zu den kurzfristigen Maßnahmen stellt die Stadt ein größeres Umgestaltungsprojekt vor, das im Rahmen des KRiS Programms für klimaresiliente Regionen umgesetzt wird. Im Fokus stehen die Umgestaltung des Konrad Adenauer Platzes, des Paulusangers und des Erlbruchs mit dem Ziel, Hitzeinseln zu reduzieren und öffentliche Räume anzupassen.
Der Umbau folgt dem Prinzip des sogenannten Weges des Wassers. Regenwasser soll weniger schnell in die Kanalisation geleitet werden. Stattdessen wird es vor Ort gespeichert, versickern und verdunsten, um die städtische Umgebung zu kühlen und gleichzeitig das Risiko von Überflutungen bei Starkregen zu mindern. Zu den Maßnahmen gehören die Entsiegelung von Flächen sowie das Anlegen neuer blau grüner Bereiche, die Wasser und Grünflächen miteinander verbinden.
Daten, Monitoring und Angebote in der Stadt
Zur Erfassung der klimatischen Auswirkungen wurde kürzlich auf dem Konrad Adenauer Platz eine Wetterstation installiert. Sie soll lokale Daten zu Temperatur, Luftfeuchte, Niederschlag und Wind liefern, um Vorher Nachher Effekte der Umgestaltung messbar zu machen. Die Klimafachleute der Stadt planen, die Wetter AG des Marie Curie Gymnasiums in die Auswertung einzubeziehen. Dazu sind noch Gespräche mit der Schule vorgesehen.
Die Verwaltung verweist außerdem auf bereits verfügbare Angebote zur Abkühlung im Stadtgebiet. Sechs Trinkwasserbrunnen stehen den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung, unter anderem auf dem Altstadtmarkt, am Löhrhofplatz, in der Sterngasse, am Neumarkt, bei der Marienkirche in der Sedanstraße 27 sowie bei der Gelsenwasser Betriebsdirektion in der Herner Straße 46. Weitere kühle Rückzugsorte bieten schattige Parks wie der Stadtgarten, der Erlbruch Park und der Südpark sowie bewaldete Bereiche und klimatisierte öffentliche Gebäude wie das Palais Vest und die Stadtbücherei.
Ein Film zur Erläuterung der Projektziele und geplanten Maßnahmen ist vonseiten der Stadt veröffentlicht worden und erklärt die vorgesehenen Schritte zur klimaresilienten Umgestaltung.
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