
Die Stadt Recklinghausen will die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Kreiswehrersatzamt am Elper Weg zum 31. Oktober 2026 aufgeben. Der Standort im Westviertel war seit dem 1. November 2015 in Betrieb und diente überwiegend der Unterbringung von Familien.
Schließung nach elf Jahren
In Spitzenzeiten lebten dort bis zu 160 Menschen. Aktuell sind noch 35 Bewohnerinnen und Bewohner in der Einrichtung untergebracht. Sie sollen entweder in private Wohnungen vermittelt oder in andere städtische Unterkünfte verlegt werden. Die Immobilie war von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur Verfügung gestellt worden, nachdem das Gebäude nach dem Auszug der Bundeswehr im Jahr 2014 für die Unterbringung hergerichtet worden war.
Rückläufige Zahlen und rechtliche Voraussetzung
Als Grund für die Aufgabe nennt die Verwaltung die seit Monaten sinkenden Flüchtlingszahlen. Zudem erfüllt Recklinghausen seine Verteilungsquote nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz weiterhin deutlich über, so dass die Voraussetzungen für eine weitere Überlassung der Immobilie durch die Bundesanstalt wegfallen. Die Stadtverwaltung sieht darin die rechtliche Grundlage für das Ende der Nutzung als Unterkunft.
Betreuung und Verantwortung vor Ort
Die Stadt würdigte die Betreuung der Geflüchteten durch das Diakonische Werk in Recklinghausen, das über elf Jahre hinweg verantwortlich gewesen ist. Die Mitarbeitenden hätten mit großem Engagement zur Integration beigetragen, heißt es aus dem Rathaus. Auch ehrenamtliches Engagement aus Kirchengemeinden und Nachbarschaft wurde hervorgehoben.
Offene Frage Nachnutzung
Mit der Aufgabe der Unterkunft rückt die Frage nach einer Nachfolgenutzung in den Fokus. Die Stadt hat bereits Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben aufgenommen und betont ihr Interesse daran, einen längeren Leerstand zu vermeiden. Ziel sei, eine Nutzung zu entwickeln, die dem Standort und seinem Umfeld gerecht werde.
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