RheRuhRep: Warum kleine Stadtteilzentren für die Region wichtiger sind, als man denkt

RheRuhRep - Unser redaktioneller Blick auf Rhein und Ruhr.
RheRuhRep - Unser redaktioneller Blick auf Rhein und Ruhr.

Wenn über die Zukunft unserer Städte gesprochen wird, richtet sich der Blick meistens auf die großen Innenstädte. RheRuhRep findet: Dabei geraten die Orte aus dem Blick, an denen für viele Menschen das eigentliche Stadtleben stattfindet.

Es sind die kleinen Zentren der Stadtteile.

Die Einkaufsstraße mit Bäckerei und Apotheke. Der Wochenmarkt. Der kleine Supermarkt. Das Café. Die Sparkasse. Der Kiosk. Die Arztpraxis. Vielleicht noch ein Restaurant und ein paar inhabergeführte Geschäfte.

Solche Orte wirken unspektakulär.

Für den Alltag einer Stadt sind sie enorm wichtig.

Stadtleben findet nicht nur im Zentrum statt

Wer in Essen, Duisburg, Dortmund, Düsseldorf, Bochum oder einer anderen großen Stadt der Region lebt, fährt schließlich nicht für jede Kleinigkeit in die Innenstadt.

Viele Menschen verbringen einen Großteil ihres Alltags in ihrem eigenen Stadtteil.

Dort wird eingekauft, gegessen, der Arzt besucht, das Kind zur Schule gebracht oder einfach eine Runde spazieren gegangen.

Ein funktionierendes Stadtteilzentrum sorgt dafür, dass viele dieser Wege kurz bleiben.

Gerade für ältere Menschen, Familien und Menschen ohne eigenes Auto ist das besonders wichtig.

Für RheRuhRep ist deshalb klar: Lebensqualität entscheidet sich nicht nur in den großen Zentren, sondern sehr oft direkt vor der eigenen Haustür.

Wenn der Bäcker verschwindet, verschwindet mehr als ein Geschäft

Der Verlust eines einzelnen Geschäfts wirkt zunächst überschaubar.

Doch häufig beginnt damit eine Entwicklung.

Erst schließt die Metzgerei. Dann die Bankfiliale. Danach der kleine Einzelhändler. Irgendwann stehen mehrere Ladenlokale leer.

Mit jedem geschlossenen Geschäft gibt es einen Grund weniger, das Zentrum des Viertels aufzusuchen.

Das kann einen Kreislauf auslösen.

Weniger Besucher bedeuten schlechtere Bedingungen für die verbleibenden Geschäfte. Weitere Geschäfte schließen. Die Straße verliert an Attraktivität.

RheRuhRep meint deshalb: Leerstand in einem Stadtteilzentrum ist nicht nur ein wirtschaftliches Problem. Er kann unmittelbar die Lebensqualität eines Viertels verändern.

Kurze Wege werden wichtiger

Gleichzeitig sprechen wir überall über nachhaltigere Städte und weniger Verkehr.

Doch eine Stadt der kurzen Wege funktioniert nur, wenn die notwendigen Angebote tatsächlich in der Nähe vorhanden sind.

Wer Lebensmittel, Apotheke, Arzt, Gastronomie und Dienstleistungen im eigenen Stadtteil findet, muss für viele alltägliche Dinge keine längeren Strecken zurücklegen.

Das macht Viertel nicht nur angenehmer.

Es macht Städte widerstandsfähiger.

Kleine Zentren schaffen Identität

Es gibt noch einen weiteren Punkt, der sich kaum messen lässt.

Stadtteilzentren schaffen Begegnung.

Man kennt Menschen vom Wochenmarkt. Man trifft jemanden vor dem Bäcker. Man bleibt kurz vor dem Café stehen. Vereine präsentieren sich beim Stadtteilfest.

So entsteht lokale Identität.

In einer Region mit Millionen Einwohnern sind genau solche überschaubaren Räume besonders wertvoll.

RheRuhRep sieht deshalb einen Fehler darin, Stadtentwicklung fast ausschließlich auf die großen Zentren zu konzentrieren.

Die Zukunft unserer Städte entscheidet sich auch in ihren Stadtteilen.

Vielleicht sogar stärker, als wir bisher glauben.

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Redaktion Rhein-Ruhr Reporter 149 Artikel
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